stadtstadtstadt


übertragung der beiträge von totoisye auf stadtstadtstadt
26. August 2012, 14:11
Filed under: totoisye

liebe leserinnen und leser,

wie versprochen beginnt jetzt stück für stück die übertragung ausgelagerter blogs auf stadtstadtstadt. den anfang macht der blog totoisye, den ich seinerzeit parallel zur entwicklung des ersten proposals meiner diplomarbeit angemeldet und eine zeit lang gepflegt habe.

totoisye bedeutet ausgeschrieben „tomorrow today is yesterday“ und weist somit auf die flüchtigkeit der gegenwart zwischen vergangenheit und zukunft hin. jeder moment ist in der gleichen geschindigkeit vergangenheit, als wir ihn bemerken. kurioser weise ist der moment, in dem wir uns fühlen, in dem wir handeln und dinge tun, der kürzeste im gefüge zwischen gestern und morgen, also quasi eine utopie im sinne des nicht mehr und noch nicht. dahingegen wird der berg der vergangenheit und somit der erinnerung immer größer. die zukunft steht diesem ungewiss gegenüber. die zeit lässt sich, und das wäre zu diskutieren, gottseidank nicht anhalten.

um harald welzer zu bemühen, der feststellt, dass erinnerung primär etwas mit zukunft denn mit vergangenheit zu tun hat, gilt es den berg, oder nach gieseke/welzer, das haus, der erinnerung zu entrümpeln und die erinnerungskultur zu renovieren. ich denke, was für die deutsche erinnerungskultur bei eben gieseke/welzer gilt, muss auch eine rolle im persönlichen umgang mit diesem thema spielen.

aus diesem grunde habe ich mich auf den weg gemacht und die flanerie untersucht, die ja vor allem durch die arbeit von walther benjamin, franz hessel, joseph roth, siegfried kracauer, aber auch zeitgenössische flaneure wie winfried georg sebald oder david wagner, primär im verdacht steht die vergangenheit durch das zweckfreie gehen in der stadt heraufzubeschwören. jedoch, und das ist mir persönlich wichtig, nie ohne einen tieferen zweck. durch die arbeiten der vorgenannten berliner flaneure liegt ein großer fundus an alltags-bemerkungen und momentmolekülen vor, die unter den großen narrativen der damaligen zeit verloren gegangen wären, hätte diese niemand notiert.

so geben die vorliegenden texte derart hoffnung, als dass die welt nicht nur nach einem schema funktioniert, ohne damit gleich der idee der postmoderne anheim zu fallen. was im gegenzug zu diskutieren wäre, ist die frage, ob es sich genau aufgrund dieses sachverhalts bei all den genannten noch um flaneure handeln kann, natürlich je nach definition der flanerie.

totoisye thematisiert diese aspekte in dem stadium, das zu übertragen steht, noch nicht so präzise, wie hier beschrieben. die gedanken sind vielmehr eine reflektion aus einem ausführlichen persönlichen flanerie-prozess. totoisye bildet aber einen teilweise naiven anfang auf diesem weg, der letztendlich zu diesen erkenntnissen führte. da der weg noch nicht abgeschlossen ist, ist es für mich selbst auch immer wieder interessant in den alten notizen zu blättern und daraus ideen, bilder oder gefühle zu schöpfen. dazu möchte ich euch ebenfalls herzlich einladen.

nach langen überlegungen habe ich mich entschlossen, die blogposts rückwirkend zu publizieren, und zwar zum original datum und der original zeit. so mischen sich die gedanken mit den gedanken, die ich parallel auf anderen plattformen entwickelt habe. ich erhoffe mir daraus selbst eine tiefere erkenntnis über mein eigenes denken, meinen eigenen weg.

solltet ihr euch ausschließlich für die totoisye-artikel interessieren, müsstet ihr die auswahl über die kategorie „totoisye“ tätigen, dann erscheinen alle artikel aus diesem blog in form einer liste.

 

 

 

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