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jetzt aber mal platz machen!!!
24. Oktober 2011, 06:04
Filed under: stil

platz da!

nach den platz-problemen im weltraum, sind diese und letzte woche die eher profan scheinenden platz-probleme auf der erde en vogue. nano auf 3sat sendet morgen ein nano spezial zum thema „wie viel mensch verträgt unser planet?“ aus der ankündigung: „Schon jetzt reichen die heute produzierten Lebensmittel nur gerade so aus, um alle Menschen zu ernähren. Jede Sekunde werden fünf Menschen geboren. In der gleichen Zeit sterben nur zwei. Irgendwann um den 31. Oktober 2011 wird die Weltbevölkerung auf sieben Milliarden Menschen steigen. Bis 2045 werden neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Megastädte wie Tokio, Mumbai oder Mexiko-Stadt platzen aus allen Nähten.“

platz weg!

doch nicht nur auf einem globalen maßstab spielt raum eine rolle. das zeitmagazin dieser woche geht der frage nach dem individuellen menschen-raum nach und besucht menschen, die sich bewusst entschieden haben auf sehr kleinem maßstab zu leben in ihren kleinen häusern -> link, dazu gibt es eine sammlung an schicken nano-häusern, die lust auf minimalismus machen sollen (erinnern aber teilweise sehr an die idee des prekären wohnens). die botschaft klingt neudeutsch: sophisticated, denn wie immer geht es in erster linie nicht um verantwortung, sondern um style: „Das aktuelle ZEITmagazin huldigt dem Kleinen. Warum? Weil heutzutage selbst Frauen, die Skinny-Jeans mit einem Gürtel befestigen müssen, Zweieinhalb-Tonnen-SUVs durch Megacities mit horrenden Feinstaubwerten lenken.“ gut, macht nix, wenn sich der eine oder die andere anstecken lässt mit der skinny jeans mal im suv zu wohnen geht das auch klar. dazu hier praktische tipps, romantische visionen, neuer trend: antigentrification, mögliche alternativen, rechtliche hinweise und gewissenfragen und das ganze noch auf video.

parkplatz

appropos auto: im prenzlauer berg wird es jetzt bald wieder einen parkplatzkrieg geben, denn der auto-brandstifter ist gefasst und hat gestanden. jetzt könnt ihr also wieder eure cayennes, tiguanas x5er und was weiß ich was für maschinen vom bauer aus der scheune in kleinmachnow oder mahlow holen, wahlweise die parkplätze in charlottenburg, schöneberg und zehlendorf räumen! die google map „brennende-autos.de“ hat schon vorher erkannt, dass der trend rückläufig ist und am beschlossen: „In eigener Sache: Nach 633 dokumentierten Brandanschlägen in dreieinhalb Jahren wird diese Internetseite seit dem 06.10.2010 nicht mehr aktualisiert.“ tja, war irgendwie kein vollzeitjob mehr. würde mich mal interessieren was die betreiber jetzt für ein thema bearbeiten.

space? what space?

bevor ich es vergesse, ebenfalls in der aktuellen zeit ein interview mit dem grand signeur des groß- und schräg-bauens, rem koolhaas. darin eine wundervolle überleitung zum letzten thema der umschau: „In Europa lebte man zunächst in kleinen Häusern, später wurden sie mehrstöckig. Größere Gebäude waren fast immer sakralen Zwecken vorbehalten, später kamen Paläste und Parlamente hinzu. Stets war ein Gebäude einer bestimmten Nutzung zugeordnet. Das änderte sich im 20. Jahrhundert, als die Amerikaner das Hochhaus erfanden. Plötzlich gab es Gebäude, die so groß waren, dass sie viele Aktivitäten und Funktionen gleichzeitig umfassen konnten. Irgendetwas verschwindet, irgendetwas kommt immer hinzu. Der Leitsatz form follows function gilt auf einmal nicht mehr. Seitdem werden kommerzielle Gebäude immer seltener für eine bestimmte Nutzung gebaut, sondern einfach so groß wie möglich. Man vertraut darauf, dass sich die Gebäude von selbst mit Sinn füllen.“

platz wo?

das hofft man auch in stuttgart, denn die neue bibliothek (bedeutungsschwanger aber bis vor kurzem inhaltslos) hat eine große verantwortung zu tragen. der geistige mittelpunkt mitten im nichts, dort wo das größte freilichtmuseum neugebauter 80er jahre architektur noch entstehen soll wartet diese mit zwiebeltechnik und herzraum auf. „Häuser ohne Umfeld sind Bauten, die eigentlich noch kein Gesicht haben. Sie können zu nichts Kontakt aufnehmen, sich auf nichts beziehen, sie wirken ortlos, zeitlos, heimatlos wie Abkömmlinge fremder Welten. Für die neue Stuttgarter Stadtbibliothek gilt das in besonderem Maße.“ so die welt. wenn man also unbeschadet durch die baustelle über halbfertige straßen und plätze, zwischen bagger und bauzäunen angekommen ist, so die verheißung, öffnet sich der „blaue kristall“ und huldigt seinem größten fan – dem stuttgarter quadratlesbauer schuster. wie schön, dann kann ja, wenn es finanziell mal klemmt, ritter sport das ding kaufen und bildung quadratisch-praktisch-gut an den mann oder die frau bringen.

darauf einen schönen wochenbeginn…

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