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the görlitz tapes pt. 5 – tag eins: „rinks und lechts“
3. Juli 2011, 10:15
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Am ersten Tag des Aufenthalts hatte ich eine große Frage zu klären, nämlich, wie nähert man sich einer fremden Stadt in situ und was erzählt diese Stadt bzw. welche Fragen wirft sie auf. Die übergeordnete Aufgabe ist, mich an die Fragestellung meines Diploms zu nähern, meine Gedanken zu ordnen und einen Weg zu einem Konzept bzw. einem Modell zu finden, ohne die Geisteshaltung des Flanierens zu verraten. Eine schwere Aufgabe, die mir bis heute Kopfzerbrechen bereitet.

Nachdem ich mich mit der „Einführung in eine Kritik der städtischen Geographie“ von Guy Debord und „Von der schwierigen Kunst spazieren zu gehen“ von Franz Hessel nochmal spirituell meiner Sache vergewissert hatte, konnten wir gegen 12 Uhr mittags das Jakobstraßen-Refugium verlassen.

Laut einer vorherigen Absprache wollten wir uns ganz dem Flanieren ergeben und an jeder Ecke neu entscheiden, welchem Pfad wir weiter folgen wollen. Wir hatten weder ein lokales noch ein temporäres Ziel, wir liefen einfach los und folgten unseren Instinkten. Diese brauchten einen Moment, bis wir beide (entgegen der weit verbreiteten Meinung man könne nur alleine richtig flanieren) unseren Einstieg in die Aufgabe fanden und unsere Neugier uns in Hofeinfahrten, Hinterhöfe, undefinierte Zwischenbereiche, Büsche, Läden, Abbruchgrundstücke, von der einen auf die andere Straßenseite, zwischen spielenden Kindern hindurch über einen Hügel und einen Sportplatz zur ersten Rast trieb.

Am Rand des Kleinspielfelds saßen wir eine ganze Zeit und beobachteten die Jugendlichen, die mit einem aufgerissenen Fußball versuchten präzise Torschüsse abzuliefern. Wir reflektierten den bisher gelaufenen Weg und stellten u.a. fest, dass die Stadt uns offensichtlich um das vermutete Zentrum herumführte und uns mit einer imposanten Blickachse auf ein großes oxidiertes Kupferdach mit einer großen Kuppel lockte, die aus den Bäumen hervorragte. Launig hügelig schlenderte die Straße, vermutlich aus Richtung des Bahnhofs, auf dieses Dach zu. Unser Interesse war geweckt, wir wollten wissen, welches Gebäude das denn sei, das in uns beiden Erinnerungen an die herrschaftlichen Gebäude Paris` denken ließ, die wir vor nicht einmal vier Wochen bestaunen durften.

Diese Kuppel schien wie in einer anderen Stadt zu einer anderen Zeit. Nichts bis zu diesem Zeitpunkt in Görlitz gesehene passte zusammen mit einem solchen Detail. Ist das Gebäude in Görlitz, oder in Zgorzelec, wie wird es von nahem aussehen, was beherbergt es? Für einen kurzen Moment hatten wir die Motivation ein Ziel vor Augen zu haben und machten uns auf den Weg, dieses zu finden.

Die meisten Menschen in Görlitz/Zgorzelec scheinen wie wir, zu Fuß zu gehen. Es gibt relativ wenig Autoverkehr, dafür aber viele Fußgänger. Auf der Grenzbrücke am Stadtpark merkt man das ziemlich gut, da man nicht in der Lage ist ein Photo zu machen, ohne zur Seite gedrängt zu werden. Obwohl es eine Fußgänger-Entlastungsstraße unterhalb der Brücke gibt gehen viele gerne noch den alten Weg oberhalb. Vielleicht auch deshalb, auf beiden Seiten der Neiße rechterhands ein schwarzer Gedenkstein steht, vor dem jeweils eine überschaubare Anzahl Vasen mit zumeist Plastikblumen in der Hitze dämmert. Die Brücke ist dem Gedenken an Karol Józef Wojtyla – Papst Johannes Paul II. gewidmet. Ein seltsamer Ort für ein solches Memorial, sieht es hier eher aus wie ein Gedenkstein für ein Verkehrsunfallopfer.

Auf der anderen Seite der Brücke beginnt die Stadt Zgorzelec, die uns wie eine Bilderbuch-Grenzstadt mit Wechselstuben, Zigarettenverkauf und Alkoholläden empfängt. Einen solchen Eindruck hatte ich zuletzt ca. 1981 an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland, als Reinhold Messner noch Werbung für Stroh Rum machte. Noch seltsamer wurde der Eindruck, dass wir als Fußgänger an diesem verheißungsvollen Billig-Gelegenheiten-Ort herumstreiften, offensichtlich ohne Interesse an den feilgebotenen Waren und Dienstleistungen. Wir wurden beobachtet, zwar diskret, aber dennoch kontinuierlich.

Mir fiel ein Aufsatz von Franz Hessel ein, „Der Verdächtige“, in dem er beschreibt, dass jemand, der nur so herumstreift und mal hier mal da hin schaut, sich alsbald verdächtig macht: „Langsam durch belebte Straßen zu gehen, ist ein besonderes Vergnügen. Man wird überspült von der Eile der andern, es ist ein Bad in der Brandung. Aber meine lieben Berliner Mitbürger machen einem das nicht leicht, wenn man ihnen auch noch so geschickt ausbiegt. Ich bekomme immer mißtrauische Blicke ab, wenn ich versuche, zwischen den Geschäftigen zu flanieren. Ich glaube, man hält mich für einen Taschendieb.“ Und weiter: „Hierzulande muss man müssen, sonst darf man nicht. Hier geht man nicht wo, sondern wohin. Es ist nicht leicht für unsereinen.“ (Hessel, Ein Flaneur in Berlin). Heutzutage muss man ein Anliegen oder zumindest ein Ziel haben, um nicht aufzufallen. Das sollten wir an diesem Tag  nochmal erleben.

Der achsiale Verlauf der Hauptstrasse lenkte unser Interesse an den vielen bunten Ladengeschäften vorbei in die Richtung, in der wir das Zentrum von Zgorzelec vermuteten. An einer Ampelkreuzung blieben wir stehen und suchten nach einem Anhaltspunkt für die nächste Richtungs-Entscheidung. Direkt an der Ecke befand sich ein Supermarkt, der Lewiathan hieß. Das reizte mich, hatten wir doch vor kurzem in Paris die Skulptur „Leviathan“ von Anish Kapoor besucht und bei der Gelegenheit den Grand Palais besichtigt. Ich hatte mich zwischenzeitlich nochmal mit Thomas Hobbes und seiner Staatsphilosophie beschäftigt und so unterhielten wir uns über den Ostblock-Leviathan und den Leviathan, unter dem wir im Westen zu leiden hatten und haben, den Konsum. Beides traf sich auf wunderbare Weise an dieser Straßenkreuzung an der Ul. Tadeusza Kościuszki in Zgorzelec.

Tadeusz Kościuszko, wie der Namensgeber dieser Straße auf deutsch heißt, wird in Polen als Nationalheld verehrt. Ein Blick in seine Biografie verrät interessantes: Kościuszko war ein in Polen geborener General, der nach seiner Schulzeit in Warschau nach Paris an die Universität der schönen Künste wechselte und quasi als Nebenhörer Vorlesungen an den Militärakademien besuchte. Er lebte von 1746 bis 1817, also in einer für Polen und Europa interessanten und wichtigen Zeit. Sein Aufenthalt im Paris der Vorrevolution prägte sein politisches Denken, weswegen er als General an der Seite George Washingtons im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte und sich später in einem nach ihm benannten Aufstand gegen die Großmächte Preußen und Russland, und somit gegen die Teilung Polens, stemmte. So weit scheint Paris tatsächlich nicht von Görlitz entfernt zu sein. Dieser Spur werde ich weiter nachgehen und versuchen weitere Bezugslinien zu finden.

Der Lewiathan-Supermarkt war ein echtes Erlebnis, da er fast ausschließlich einheimische Produkte anbot. Hier konnten wir uns eindecken mit Borschtsch, Piroggen und leckeren Krautwickeln, die wir schon bei Hendryk Szafran in Nürnberg probieren konnten.

Mit einer Flasche Vodka und ausreichend Krautwickeln im Rucksack gings nun bergan in ein Quartier, dass wohl in den 1930er Jahren im damals gängigen Siedlungs-Stil gebaut worden ist. Links und rechts der Straße mittelmäßig gepflegte Reihenhäuser. Was hier besonders auffiel, dass die Häuser in einem einheitlichen Zustand waren. Wo in Görlitz das top-sanierte Haus neben dem vom Einsturz bedrohten steht, konnten wir hier keine total marode Bausubstanz ausmachen. Interessant wäre der Grund. Wurden die Häuser schneller enteignet und wieder mit Mietern besetzt oder gab es in Zgorzelec kein vergleichbares Problem des Schwundes? Auch die Leerstandproblematik scheint hier nicht so drastisch zu sein, wie auf der anderen Seite der Neiße. Selbst in kleinsten oder in schmuddeligen Häusern sind die Fenster belebt und die Briefkästen geleert.

Die Nutzungsstruktur der Erdgeschosszeilen ist beinahe durchgehend von Friseur-Geschäften besetz. Zwischendrin höchstens mal ein Fotograf oder Computerladen. Der Alkohol wird an Straßenkiosken in für Berliner Verhältnisse ungewöhnlichen Größen verkauft. Doch fehlen die dazugehörigen Sandler im Stadtbild, im Umfeld der Kioske sind keine Alkoholiker anzutreffen. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass es in Zgorzelec keine gibt mutmaße ich, dass der Alkoholismus hier eher im Privaten stattfindet.

Mir fällt ein, dass ich noch einen Brief an meinen Freund WP in Nürnberg schicken wollte, und dafür noch Kopien machen und Briefmarken kaufen muss. Im Postamt, zentral in der Siedlung gelegen lerne ich, dass bei der Postbank keine Euros in Zloty umgetauscht werden. die Schalterbeamtin schickt mich in eine der vielen Keller-Wechselstuben. Briefmarken könne ich dann wiederum bei ihr kaufen. Ich beschließe das Projekt „Post verschicken“ wieder aufzunehmen, wenn ich zurück in Deutschland also knapp 1 km westlich, oder mind. 66 Jahre in der Vergangenheit zurück, in Görlitz bin.

Der Besuch in der Post gab unserem Spaziergang eine neue Richtung. Oben auf der Kuppel des Hügels erweckte ein Verkehrsknotenpunkt unser Interesse. Straßen kamen aus fünf, sechs Richtungen auf die Kreuzung zu. Am Rande machten es sich mehrere Geschäfte bequem. Ein Hof mit mehreren Laden-Containern blinkte in der Sonne und die nervös zuckenden LED-Anzeigen versuchten gegen diese anzuscheinen. Mein Fotografieren wurde nicht sehr gerne gesehen, die Verkäuferinnen und ein Verkäufer, die sich gerade noch angeregt unterhielten suchten Sichtschutz hinter ihren Waren bzw. im Inneren der Container. Eine seltsame Stimmung machte sich breit.

Um nicht zu viel Aufsehen zu erregen  wechselten wir auf die andere Straßenseite und betrachteten ein direkt an die Straße gebautes Kriegerdenkmal. In einem sehr desolaten Zustand wurde den Helden und Opfern der Kriege gedacht. Das Denkmal scheint, zumindest zu bestimmten Tageszeiten, Treffpunkt für Jugendliche zu sein, Zigarettenkippen, Coladosen und Papierchen von Süßigkeiten zeugen davon. Von diesem Denkmal aus beobachteten wir eine Weile den Verkehr, um uns dann für eine der Straßenmündungen zu entscheiden, in die wir unseren Weg fortsetzten. PL gab den Impuls, durch eine Aussage, dass diese Richtung, in die wir schließlich gingen, uninteressant sei. Dieser Aussage mussten wir unbedingt auf die Spur kommen.

Wir liefen nicht lange, als wir an eine kleine Scheibe kamen, die ca. 6 Stockwerke hoch parallel zur Straße stand. Das Haus war recht ungepflegt, jede Mietpartei hatte ihren Balkon in einer anderen Farbe gestrichen. Eine Menge Gegenstände wurden aus den Wohnungen in den öffentlichen Raum gestülpt: Wäscheleinen, Satelitenschüsseln, Fahrräder, Möbel, auf einem Balkon schien der gesamte Hausrat gelagert zu werden. Für die vielen Menschen, die auf den Balkonen standen war die Atmosphäre jedoch sehr still. Eine leise Musik klang aus dem Inneren einer Wohnung, jedoch kein Kindergeschrei, kein bellender Hund etc. Der Durchgang in den Innenhof war so verlockend geheimnisvoll, dass wir ihn sogleich passierten. Im Innenhof ein komplett anderes Bild. Die Fassade ohne Balkone und wenig belebt. Jedes Fenster andersartig dekoriert, viele Wohnungen mit Gardinen verhüllt. Obwohl wir eifrig fotografierten nahmen die Bewohner keine Notiz von uns.

Zwischenzeitlich hatten wir das temporäre Ziel, die interessante Kuppel, ganz vergessen. Wir streiften in der Wohngegend herum und erkundeten die Innenhöfe und Plätze der Gegend. Die Siedlung war eine Stadt im kleinen, die innerhalb einer Verschnittfläche zwischen den Hauptstraßen entstanden war. Eine imposante Sporthalle mit Schwimmbad bildete eine Art Zenrum, um das eine Menge Ladengeschäfte und Imbisse gruppiert waren. Eine Mauer am Rande eines Spielplatzes lud ein zur zweiten Rast. Interessanter Weise nahmen auch hier die Passanten keinerleih Notiz von uns. Ob Ignoranz, Desinteresse oder Übersehen kann ich nicht wirklich sagen.

Auf der Hauptstaße waren viele Abflüsse in den Asphalt eingelassen. Einer davon war offensichtlich nicht richtig passend und machte so, beim überfahren der Autos, einen interessanten rhythmischen Klang. An dieser Stelle machte ich einige Klangpolaroids. Klattong-Klattong–Klattong-Klattong usf. Dieser Rhythmus war noch weithin zu hören und ich hatte das Gefühl, dass diejenigen, die diese Strecke öfter fahren diese Klanginstallation absichtlich überfuhren.

Ein Anreiner hatte seine Hecke wie eine sanfte Wegbegrenzung geschnitten, an der man sich anschmiegend entlangtreiben lassen konnte. Die Hecke führte direkt an einen großen Park, vor dessen Eingang eine zerfallen Villa, mit einem neu eingedeckten Biberschwanz-Dach auf uns wartete. Die Villa steht zum Verkauf und wird offensichtlich unterschiedlich genutzt. Ein Night-Club hinterließ seine Spuren, eine Disko. Den Spuren nach hatte auch schon jemand wild darin gewohnt.

Vor der Villa standen zwei riesige Werbetafeln: die eine warb für den „International Stadtvillenstyle“ für den das Grundstück neu bebaut werden sollte, das andere für billiges Fleisch, auch ein solcher „International Style“. Die Filetstücke werden meistbietend und meist mit schönen Bildern verkauft, Portfolio-Stil, für den Rest bleibt die Masse. Man kann letztlich nur hoffen, dass der Villa und Zgorzelec dieser Umbau erspart bleibt.

Auf dem Spaziergang durch den Park entfachte ein interessantes Gespräch zwischen PL und mir, über die Fragen, was eine Stadt ausmacht und wann man eine Stadt wirklich gesehen hat. Leider wurden wir jäh unterbrochen, da zwischen den Bäumen die grüne Kuppel und das dazugehörige Gebäude, der Kulturpallast auftauchte. Eigentlich eine simple Sache, doch freuten wir uns so sehr darüber, weil wir dieses Ziel, wie vorher berichtet komplett aus den Augen verloren hatten.

Wir inspizierten das Gebäude von innen und aussen und suchten einen Anschluss an den Zufallsweg. Über den Parkplatz ging es in einen wilden Wald, durch den ein Wegenetz an Trampelpfaden führte. Wir stiegen ein und schlängelten uns den Wegen entlang. Nicht weit wurde eine Ruine einer stadtmauerähnlichen Anlage sichtbar und die angelegten Wege bekamen einen Sinn. Das Areal schien der Wald der Jugendlichen zu sein, die hier einen Downhill-Parcours angelegt hatten, den sie eifrig nutzten. Bald links, bald rechts schossen Fahrradfahrer in waghalsigen Aktionen kurz vor uns über den Weg. Sie schanzten über die Rampen, die sie angelegt hatten. Wir erklommen einen geschliffenen Turm und hatten eine wunderbare Aussicht durch den mittlerweile in Abendsonne getauchten Wald.

Die Jugendlichen waren freundlich, dennoch misstrauisch. Wir hatten durch das zu Fuß gehen und herumstreifen ihre Wege entdeckt, die uns an ihre Orte geführt hatten. Zeitweise erklomm mich das Gefühl eine Art Sakrileg verletzt zu haben und ich erinnerte mich an früher, als ich ebenfalls solche Orte hatte. Eine gefühlte Ewigkeit, eine Galaxie entfernt von der Welt der Erwachsenen. Einen eigenen Geheimort, ein Refugium, dass bis heute die Geheimnisse der Kindheit und Jugend in sich trägt. Von der ersten Zigarette zum ersten Kuss, Blutschwüre und Bandenwissen.

Bis wir auf dem Weg aus diesem Wald waren, waren wir unter diskreter aber dauernder Beobachtung. Schön, dass es diese Orte noch gibt.

Am Neißeufer nun der Blick auf die andere Hälfte der Stadt. St. Peter und Paul konkurriert mit den alten Schornsteinschloten der ehemaligen VEB um die Höhe, die Stadt entwickelt sich den Hügel hinauf in ein schönes Bild, wie von einem alten Kupferstich. Die Sonne liegt als rot-orangener Ball über dem Panorama und taucht den Abend in ein warmes, mediteranes Licht. Das Ufer der Neiße wurde von den Bewohnern der beiden Stadtteile noch nicht entdeckt und bietet so einen unschönen, verwahrlosten Eindruck. Hier hat jemand einen Stapel Werbezeitschriften entsorgt, der direkt auf dem Titel das gleiche Fleisch-Bild zeigt, wie das Plakat an der Villa am Park. International Style eben.

Die Karel Woityla-Brücke beherrscht das Blickfeld Neiße abwärts und scheint auf beiden Seiten ein Treffpunkt für Jugendliche zu sein. Ob diese Jugendlichen sich nur zuprosten, oder auch zusammen feiern? Wie lange braucht es, um wieder zusammen zu wachsen? Für wieviele Jugendliche spielt die Geschichte der Stadt, der historische Ort eine Rolle?

Man kommt beim Laufen schnell in Kontakt teilt Gesten, verhandelt über den Weg. Spazieren ist eine weitesthehend gleichmachende Tätigkeit. Sie erfordert das vor-Ort-sein, das sich einlassen, sich zeigen, befördert das Gesehenwerden aber auch das Sehen. Das sehen ist der erste Schritt in Richtung Erkennen und später des Wahrnehmens.

Wieder zurück im Jakobstraßen-Refugium kreisen die Mauersegler wie die Gedanken in meinem Kopf. Der Vodka aus Polen, 1 km Luftlinie Richtung Osten, hält die Gedanken in Bewegung. Ich denke lange über die Eindrücke, die Anfangsfrage und über die Aufgabe für morgen nach.

Mit einem herrlichen Chaos an Momentmolekülen, die wie in einer Schneekugel durch mein Gedächtnis stiemen, schlafe ich, müde und erschöpft ein.

 

 

 

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