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the görlitz-tapes pt. 2 – wie nähert man sich einer unbekannten stadt?
2. Juli 2011, 21:11
Filed under: totoisye | Schlagwörter: , ,

g20110628 wie nähert man sich einer unbekannten stadt, von der man weder etwas weiß, noch etwas von ihr erwartet?

wir fahren seit dem abzweig von der autobahn durch melancholische dörfer, die mitten in die landschaft geworfen sind. brandenburg ist ein trauriges land; zerfurcht, überlagert, ausgelaugt. die schilder in diesem teil sind zweisprachig. ob gelebtes kulturelles erbe oder völkische höflichkeit weiß ich nicht.

von außen betrachtet machen die menschen einen unglücklichen, misstrauischen und stillen eindruck. es hat den anschein, als wenn hier nicht so viel gesprochen wird und das, obwohl die geselligkeit wohl groß geschrieben wird, was sich in jedem noch so kleinen dorf in form von einem imbiss, cafe oder bistro zeigt.

wir fahren durch einen gigantischen truppenübungsplatz, links und rechts schiessplätze, abwechselnd mit malerischen seen. querallee, weißer schöps, gasthaus zur alten schule, neutrale straße.

ich erinnere mich an einen namen,  den ich gestern gehört habe: reiner ernst, ob der hier hergehört?

welche stadt kommt am ende dieser straße? was erwartet uns?

trebus, kosel, niesky, mit dem finger auf der imaginären karte fahre ich die ortschaften der umgebung ab und multipliziere die eindrücke, die sich in jeder ortschaft wiederholen: leerstand, anonyme bushaltestellen, jedes haus mit einem zaun richtung straße begrenzt, weite hinterhöfe in denen schrottautos stehen, männer in kurzen hosen ohne oberteil mähen rasen und schneiden die hecke zurück.

hier gibt es sie noch, die kieswerke, den kohlebau, die stauseen. an jeder ecke ein lidl, netto oder ein schlecker. filialisten halten sich länger.

die sonne sticht. am abend geht man zum see, von denen es viele gibt. beinahe jeder kann sein eigenes ufer in beschlag nehmen. hier wird zwischen schilf, apfelkorn, red bull und der erinnerung an eine ehemals blühende zukunft der nachwuchs der region gezeugt.

dieser teil brandenburgs, die mischzone mit nordsachsen, ist trotzdem leer, zu wenige menschen. jder der gehen kann geht, jeder der bleibt, bleibt mit haltung.

mir ist unklar, auf welche einheit sich die vielen strassen der einheit beziehen.

 

 

 

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