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florenz ohne baedecker teil 1 – individuum und schwarm
29. Juni 2011, 09:13
Filed under: totoisye | Schlagwörter: ,

b20110629/20110701/03/04 die möglichkeiten sich einer stadt zu nähern sind sehr vielseitig und durch das angebot an medien und medienzugängen schier unüberschaubar. viele reisende nutzen mittlerweile selbstverständlich internetresourcen, um die wichtigsten anhaltspunkte einer reise in eine stadt und deren sehenswürdigkeiten schon im vorfeld zu ergründen.

google earth wird für die umfeldbetrachtung um die herberge eingesetzt, google streetview für den nachbarschaftsscan auf straßenniveau, navigationssysteme für die anreise und den weg bis ins hotel, und interaktive karten auf smartphones, um durch die stadt von sehenswürdigkeit zu sehenswürdigkeit geleitet zu werden. dazwischen ein von soundso vielen usern des internets „geliketen“ kaffehausbesuch, auch beim finden von museen oder restaurants hilft der user-„swarm“ der sich über zugriffs- und ratingdaten ein scheinbar präzises bild von guten und schlechten orten bildet. historische stadtschichten werden über „augmentet reality-tools“ sichtbar und für die innenstadt-tour kann die entsprechende „app“ heruntergeladen werden, sodass für das sightseeing kein tourbus, kein stadtführer und keine gruppe von mitreisenden benötigt wird, die sich und die einzelnen der gruppe sofort als touristen zu erkennen geben.

abends werden in internet-foren und über soziale netzwerke, wie z.b. facebook die insidertipps der stadt recherchiert bzw. erfragt und die rückreise zum hotel über das nahverkehrs-app geplant, das die verkehrsverbunde mittlerweile für jede größere stadt anbieten. photos, videos, texte, reiserinnerungen und postkarten werden über das internet verschickt bzw. über einen flickr-account für die bilder, youtube- oder vimeo-zugang für die videos, weblogs für texte und der gleichen mehr ins globale gehirn des internets gespeichert und so über die allmächtige zugriffsmöglichkeit „gespreadet“.

durch dieses webbasierte zurückspeisen von informationen, teilnehmen an foren und befragungen, aber auch durch das „posten“ der subjektiven erfahrungen mit und in der besuchten stadt nimmt der einzelne user gleichzeitig am kollektiven gedächtnis der stadt teil und prägt deren bild, das andere, die sich dieser medien bedienen von der stadt haben werden.

glossar der im text verwendeten begriffe:

hier finden sie eine sammlung der in den texten verwendeten, blau unterlegten begriffe. um den lesefluss nicht zu unterbrechen und aufgrund der schwierigen arbeit an einem wissenschaftlichen layout in diesem blog sind die begriffe nicht in den texten selbst, sondern separat abgelegt. dieser weg schien mir komfortabler.

geliketen=liken=möglichkeit zur positiven meinungsäußerung über einen bestimmten sachverhalt bei facebook, einer sozialen, personenzentrierten netzwerkplattform im internet. die anzahl der „likes“ wird unter dem artikel, bild etc. angezeigt und vermittelt so ein (scheinbar) qualitatives merkmal durch bloßes zählen der positiven clicks anderer user ->swarm.

swarm=schwarm, hier ist die sog. „schwarm-intelligenz“ gemeint. nach der von francis heylighten eingeführten theorie werden alle user des internets als superorganismus begriffen, der, ähnlich wie im tierreich, über eine kollektive intelligenz verfügt, die für komplexe fragestellungen oder problemlösungen eingesetzt werden kann. die idee dahinter ist, dass der „schwarm“, also die an z.b. einer befragung teilnehmenden anonymen internet-user intelligenter sind als das individuum oder der vom individuum befragte persönliche personenkreis.

augmentet reality=augenscheinliche realität=meint eine computergenerierte und geolokalisierte informationsebene, die über ein smartphone-programm mit hilfe der in diese geräte eingebauten fotokamera über die real sichtbare ebene gerechnet werden kann. in new york z.b. kann der nutzer sich alle nicht realisierten bauvorhaben in manhattan anzeigen lassen und diese auf dem weg durch die stadt über das real sichtbare stadtbild legen lassen. schaut der nutzer auf den display seines smartphones sieht er die realexistierenden gebäude mit der entsprechenden nichtrealisierten baumaßnahme, also ein augenscheinliches, jedoch nicht real existierendes stadtbild. derlei programme gibt es mittlerweile für jede metropole zu unterschiedlichen themen.

app=application= computerprogramme für smartphones.

flickr-, youtube bzw. vimeo- account=kostenlose internetplattform zur verbreitung von photo bzw. videodaten privater nutzer.

weblogs=internetbasiertes web-logbuch, also ein öffentlich geführtes tagebuch in dem der nutzer=blogger seine gedanken, photos, videos etc. zu einer persönlichen sammlung zusammenführen und kommentieren kann. totoisye z.b. ist ein blog.

spreaden=das verbreiten von informationen

posten=einen artikel in das weblog stellen und somit öffentlich machen.

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