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stuttgart 21 ist überall oder wie steht es um die res publika?
23. Juni 2011, 17:51
Filed under: movement

was ist los mit der res publika, was machen die bürger, wie positioniert sich die planung und nachgelagert der staat? nachdem das projekt stuttgart 21 fakten schafft und das volk auf einmal nicht nur alle 4 jahre in form von prozenten und sitzverteilungen sichtbar wird, sondern dauerhaft gefragt werden und mitbestimmen will entdecken alle die bürgerinnen und bürger als akteure der stadtentwicklung. für aufmerksame planer ist das nicht wirklich neu, im gegenteil, es scheint, als wenn jetzt unter anderen vorzeichen das jahrzehntelange bürgerschaftliche engagement endlich zu gebührenden ehren kommt.

sei`s drum, das große potential des protests gegen stuttgart 21 ist ja von anfang an nicht die verhinderung eines bahnhofs, sondern das wachrütteln der entscheider gewesen, die, was sich über jahrzehnte eingeschlichen hat, allerortens solche projekte nur noch, luhmann lässt grüßen, durchregiert haben.

jetzt bin ich etwas vom thema abgekommen, es sollte ja eigentlich um eine tagung gehen, die am 7. juli in aachen stattfindet.

abb.: pt rwth aachen

„res publica? bürgerinnen und bürger als akteure der stadtentwicklung: rollen, interde-pendenzen, kulturen“ der wohlklingende und vielversprechende titel der veranstaltung des lehrstuhl für planungstheorie und stadtentwicklung, unter der leitung von univ. prof. dr. ing. klaus selle.  aus der ankündigung: „Auf die Frage »Wer entwickelt die Stadt?« gibt es eine einfache Antwort. Sie lautet: Alle. Alle Menschen einer Stadt wirken – auf verschiedene Weise und mit sehr unterschiedlichem Gewicht – an der Entwicklung der Städte mit. Sie sind 1. der »Souverän« – und nehmen nicht nur mit Wahlentscheidungen Einfluss auf die politische Gemeindeentwicklung; 2. Planungsbeteiligte und -betroffene – und können zur Bereicherung, aber auch zu Blockaden kommunaler Entwicklungs-vorhaben und Pläne beitragen; 3. Marktakteure – und geben in großer Zahl mit der Wahl des Wohnstandortes, mit ihrem Freizeit- und Konsumverhalten oder als Einzelne mit Investitionen in Immobilien oder Unternehmen wesentliche Impulse; 4. Engagierte – und prägen mit kulturellen, sozialen und zahlreichen anderen Aktivitäten ganz wesentlich die Lebensqualität der Städte. Wer heute also Stadtentwicklung verstehen und gestalten will, muss die Bürgerinnen und Bürger in dieser Rollenvielfalt wahrnehmen und als Kooperanden einbeziehen. Ob und wie auf diese Weise der alten Vision der europäischen Stadt als »gemeinsame Angelegenheit« ihrer Bewohnerschaft, als »res publica« näher zu kommen ist, soll während dieser Tagung erörtert werden.“

mir klingt das eher nach planungsromantik und ich wäre auch in ernste zweifel geraten, wenn das podium nicht so seriös besetzt wäre: Uwe Altrock, Irene Armbruster, Tobias Bäcker, Werner T. Bauer, Yvette Bödeker, Joachim Boll, Andrea Frenzel-Heiduk, Christine Grüger, Elke Holzrichter, Konrad Hummel, Michael Isselmann, Frank Jost, Tülin Kabis-Staubach, Norbert Käthler, Marion Klemme, Dirk Kron, Norbert Nähr, Nassim Navvabi, Simone Neddermann, Klaus Selle, Rainer Staubach, Kunibert Wachten, Hannes Wezel und viele andere.

aber hier wieder genau das, was mich an solchen veranstaltungen wirklich nervt: es wird wieder über und nicht mit den betroffenen, den bürgerinnen und bürgern gesprochen „Die Veranstaltung richtet sich an Praktiker und Wissenschaftler aus allen beteiligten Handlungs- und Forschungsfeldern.“ zumal hier auch mal eine diskussion angefacht werden könnte, warum denn immer nur bürgerinnen und bürger betroffen sein dürfen. was ist denn mit all den nicht-bürgerinnen und nicht-bürgern? was mit den unsichtbaren, die auch zur stimmabgabe nicht auftauchen, da sie gernicht darum gebeten werden?

ok, ich nörgel zu viel, prof. selle möge mir meine desillusionierte weltsicht im bezug auf die derzeitige uninspirierte diskussion um eine neue beteiligungskultur verzeihen. im kern ist es gut über neue formen der beteiligung zu sprechen, wobei vielleicht nicht die form das entscheidende ist, sondern antworten auf die banalen fragen nach dem wie beteiligen, an was, mit welcher wirkung? vielleicht mehr bewirken könnten als die gängigen heititeiti-methoden des leute-beschäftigens, was dann am ende häufig mit beteiligung verwechselt wird.

weitere infos über die tagung hier über das format der offenen bürgerbeteiligung bei stuttgart 21 hier und refresh über die stufen der beteiligung hier

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