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highspeed berlin – erleben oder schreiben?
12. März 2011, 11:26
Filed under: movement

hier ist wieder mächtig was los. die stadt scheint ein einziger diskurs zu sein. alleine in der letzten woche ging es um nachhaltiges bauen, luxus wohnen, wie werden wir bessere menschen, die den planeten schützen (und retten), stuttgart 21 und einiges mehr. wenn ich das alles besuchen würde, könnte ich schlussendlich uberhaupt nichts mehr schreiben.

dennoch, bei der veranstaltung „stuttgart 21 – reflexiv: der bahnhof der leidenschaften“ war ich und habe zwei leider viel zu lässig vorgetragene referate gehört. schon bei der ersten veranstaltung im januar hatte ich das gefühl, dass stuttgart 21 zu etwas hochsymbolisiert wird, das es in der realität nicht halten kann. darüber hinaus war aber die von aaron sahr und phillip staab vorgestellte typologie der am protest beteiligten bürger sehr gut ausgearbeitet und vorgestellt (expertenbürger, bindungsbürger, versuchsbürger). leider gibt es bislang keinen link zu dem vortrag, ich bleibe aber dran.

am tag drauf war dann die veranstaltung „leben in der innenstadt – ein luxus für auserwählte?“ dort habe den iba-talk gelernt (leerstellen in der stadt heißen nun voids). das war zu befürchten, dass sich im zuge der prä-iba wieder eine elitäre liga (oder eine die sich dafür hält) herausbildet und einen eigenen sprachstil bildet, mit dem sich die gruppe wieder schön von allen(m) anderen abhebt. am donnerstag im ülk club hatte ich ein gespräch mit einer verärgerten bürgerin, die meinte die iba-talks seien sehr ausgrenzend, da „der durchschnittsbürger nicht mehr versteht was die auf dem podium sagen geschweige denn meinen“. sie habe denn eindruck, dass es auch nicht so sehr gewollt ist, dass die bürger mitsprechen sollen. den kommentar lasse ich mal so stehen, da ich selbst noch nicht dort war und es nicht besser weiß. ich werde aber die entwicklung der iba-sprache beobachten und bei zeiten einen post dazu schreiben. sollten euch begriffe unterkommen, schickt sie mir einfach unter dem stichwort „do you speak iba?“

am donnerstag dann der besuch im ülk-club, einer veranstaltung im haus der kulturen, die einen richtigen betrag von der kulturstiftung des bundes erhalten hat, um die generation „neon“ (verdammt, wir müssen doch irgendetwas tun!) mit einem bunten nachmittag (ein bischen quatschen, ein bischen interaktion ein bischen workshops und am abend ein bischen schlauen menschen zuhören) bespaßt hat. ich war schockiert! ein nicht durchdachtes format mit einer schlicht nicht geeigneten moderatorin und gemeinsame spiele (ein performance-action-club oder so, wo man sich auch mal körperlich näher kommen kann). die diskussion über „guter mensch sein beginnt mit gutem essen“ endete im chaos zwischen veganern, die ein schlechtes gewissen hätten vegetarier zu sein und zitat moderatorin „draußen gibt es jetzt sandwichs mit veganem brotaufstrich und bouletten von einem wildschwein mit geschichte, die wir euch nachher erzählen“. der peta-workshop war laut einer besucherin „die reine propaganda“ und kritik an den fehlenden zielen der veranstaltung wurde mit aggression begegnet: „hast du probleme, dass wir so viel geld zu verfügung haben?“. ich kann nur hoffen, dass die weiteren clubsitzungen besser verlaufen.

besonders postiv möchte ich aber den creature club hervorheben. zwei unheimlich nette und engagierte junge frauen, die mit ihrem ministudio vor ort waren und mit interesierten „mikro creatures“ gebastelt haben. am ende waren wir uns einig, wenn überhaupt jemand die welt rettet, dann sind es diese creatures mit ihren ganz besonderen superkräften.

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