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momentan breitet sich die transmediale über die stadt aus. unzählige veranstaltungen und workshops, konzerte und panels warten darauf entdeckt zu werden.
bildrechte: tm2010
angefangen hat das festival mit einem fulminanten geschenk: mehrere hochkarätige konzerte begleiteten die eröffnung der grandiosen ausstellung (unbedingt die installation von ryoji ikeda und gebhard sengmüller anschauen – die reine poesie), wobei das carillion-konzert von charlemagne palestine. unterstützt von einer outdoor-laser-installation “global rainbow: from one to many” der künstlerin yvette mattern, ein eindruck für die ewigkeit war.
quasi nebenan und somit im räumlichen mittelpunkt des festivals, wurde die rauminstallation “futures exchange” von raumlabor berlin von verschiedenen projekten angeeignet. aus mitgebrachten wohnungstüren aus halle/neustadt wurde eine raumstation als utopischer entwurf für die stadt von morgen gebaut, die der idee einer agora oder neudeutsch eines “communication clusters” folgt.
gestern abend fand das konzert “test pattern” von ryoji ikeda im rahmen von “pattern recognition” statt. ikeda`sches wummern, brummen und die liebgewonnene erfolgsformel: sinuston-bass-bass-bass-bass-highhat-scheppern – - – sinuston-bass-bass-bass-bass-highhat-scheppern – - – usf. dazu eine videoperformance mit gewohnter synchronisations-präzision.
wie gehts weiter? diese woche, bis sonntag, sind noch einige veranstaltungen, auch mit stadtbezug. besonders interessant dürfte ein salon talk am sonntag, zum thema “invisible cities” sein, sowie ein workshop “topology of a future city“.
ich selbst bin absolut begeistert. die auswahl der angebotenen veranstaltungen, die fairen eintrittspreise und die qualität der gezeigten arbeiten sind auf einem level angekommen, dass nächstes jahr unter beweis stehen wird.
notiz an mich: vilem flusser lesen, eine stadt und ein haus bauen, glücklich sein im denkraum.
web: tm 2010
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hamburg macht furor! gegen die bestrebungen die gesamte innenstadt und angrenzenden viertel zu gentrifizieren hat sich umfangreich protest gebildet. einige initiativen und bündnisse sind entstanden, kreative nutzungskonzepte wurden ausprobiert und eine reihe an häusern und leerstehenden gebäuden besetzt. diese aktionen waren erstaunlich erfolgreich und zwangen den senat der stadt, flankiert von der gesamten! presse, zur reaktion. erste ergebnisse sind z.b der rückkauf des gängeviertels vom investor, vereinbarungen über die nutzungsmischung und eigentumsverhältnisse bei der entwicklung von neubaukonzepten, gespräche über das „einfrieren“ des mietspiegels in v.a. strukturschwachen bezirken etc.
gestern abend fand im rahmen der montagspraxis im buchladen b_books eine veranstaltung statt, auf der sich einige akteure vorstellten und mit den gästen diskutierten. im kern ging es darum, was die voraussetzungen für diesen ungewöhnlichen protest waren, dem sich nicht nur die sog. kreative klasse hamburgs anschloss, sondern auch viele vormals unpolitische und nicht protest-erprobte bürger. da es an mehreren stellen in hamburg bedarf an widerstand gab formierten sich überall unzählige kleine gruppen, die mittlerweile im bündnis „recht auf stadt“ vernetzt sind.
was für den einen ein segen, ist für den anderen eher ein fluch. immer mehr hochspezialisierte verbindungen (apfelbaum braucht wurzelraum, schrebergartenspacken etc.) wollen sich in die gemeinsame arbeit einbringen und ihre eigenen interessen flankieren. die speerspitze der protestbewegung ist mit dieser dynamik gänzlich überfordert und reagiert nun mit der anwendung höchst individueller beteiligungsregeln. hier zeigt sich relativ deutlich, dass es hierarchien gibt, die mit den scheinbar gemeinsamen zielen nicht überwunden werden können. im lauf der diskussion kam der verdacht auf, dass es, obwohl immer die gemeinsame arbeit und der gemeinsinn der ziele betont wurde, innerhalb der gruppe starke spannungen gibt, die überwunden werden müssen damit sie letztlich nicht zur spaltung führen.
ich selbst bin gestern sehr ernüchtert nach hause gefahren, da in hamburg die „magie des ersten augenblicks“ zu versiegen scheint und es fraglich ist, ob ein bündnis, das öffentlichkeit und urbanität will, selbst aber gruppen die „irgendwie so anders“ sind ausschließt, die dynamik und kraft solcher prozesse in den revolutionären alltag retten kann. fraglich ist auch, ob die initiatoren dauerhaft mit der kritik umgehen können, nicht selbst ein teil einer alternativen gentrifizierungswelle zu sein, durch die diese orte attraktiv werden und irgendwann später zum „must see“ in die reiseführer hamburgs eingehen.
trotz aller kritik, die natürlich auch für initiativen in anderen städten gilt, sind die vorgestellten projekte hochinteressant und sollten unbedingt beachtet werden. wer sich weitergehend interessiert kann sich unter den folgenden links informieren.
p.s. die hamburger kollegen fragten gestern nach mediaspree. keiner der anwesenden wusste etwas aktuelles, das fand ich ebenso bezeichnend.
weiterführend: frappant II es regnet kaviar und auf ststst II komm in die gänge II sehenswerter film über die auswirkungen von investorenplanung: st. pauli empire II und für die berliner kollegen mediaspree versenken II
notiz an mich selbst: etwas über die creative class lernen und ggf. feindbilder aufbauen mit richard florida kmd/ststst
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wir selbst konnten uns bei mehreren besuchen in der lausitz davon überzeugen, dass die lausitz sich zu einem echten geheimtipp für liebhaber spektakulärer landschaft, klarster, azurblauer seen und interessanter veranstaltungen entwickelt. durch die flutung der kohleabbaugruben und dem übergeordneten konzept der verbindung einzelner seen zu einer seenplatte ensteht momentan ein interessantes stück natur. unterfüttert durch viele aktionen im rahmen der iba fürst-pückler-land, die dieses jahr ins finale geht, und viel lokalem enthusiasmus, wurde eine vielzahl an projekten umgesetzt und einige neuheiten ausprobiert.
heute nun im tagesspiegel ein artikel über das nächste großprojekt: einen schifffahrtstunnel, der ab 2013 auf 186m länge zwei seen miteinander verbinden und so die passage von fahrgastschiffen ermöglichen soll. ein solches projekt ist zumindest in europa einmalig und somit ein weiterer grund die lausitz zu besuchen. wem das als anlass nicht reicht, dem seien folgende weitere anlässe empfohlen:
transnaturale festival II kraftwerk plessa II schwimmende häuser II F60
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ich war gerade in der temporären kunsthalle und habe eine tolle anregung von martin kaltwasser und folke köbberling bekommen. in einem audio-beitrag sinnieren die beiden über möglichkeiten DIE autostadt los angeles zur weltfahrradstadt zu machen. hoch interessant sind die exkursionen in die historie der mobilität und des verkehrs und das herausarbeiten der systematik, die hinter dem hype eines bestimmten verkehrsmittels steht.
ich konnte leider keinen artikel im netz finden, der sich mit genau diesem phänomen beschäftigt, jedoch bin ich auf eine weitere tolle aktion der beiden gestossen: macht autos zu fahrrädern und alles wird gut. weitere arbeiten der beiden unter
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was für die einen eine angenommene selbstverständlichkeit ist, wird für die anderen ein unerschwinglicher luxus – die rede ist von bildung.
damit die hauptschule nicht eine “restschule” wird, die diejenigen auffangen und verwalten muss, die sich lieber auf der strasse verloren geben würden, ist eine reform des heutigen bildungssystems notwendig. um jugendliche aus problemlagen möglichst früh zu erreichen setzt die street university mit einen dritten bildungsweg an, denn “wenn keiner mehr hilft, muss man sich selbst helfen”. in einem 4-monatigen semester erlangen junge menschen zwischen 15 und 25 jahren den sog. streetmaster, der belegt, dass die träger dieses titels bereit waren an sich zu arbeiten und sich mit themen, wie politik, gesellschaft, kunst, literatur etc. auseinander zu setzen. in diesem zusammenhang haben sich die jugendlichen des letzten sub-semesters den ersten teil von goethes “faust” vorgenommen und in ihre lebensrealität übersetzt. ihre eigenen erlebnisse und erkenntnisse sind in die arbeit eingeflossen und ein sehr eigenwilliges theaterstück ist daraus entstanden, welches in zusammenarbeit mit dem hau1 am 5. januar 2010 unter dem titel “faust in da city” aufgeführt wird.
add: curriculum II älterer artikel in stadtstadtstadt II spenden für die gute sache
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cynthia beatt hat 1988 einen film gedreht, in dem die damals noch sehr junge schauspielerin tilda swinton an der berliner mauer entlang radelt. der sehr poetische film untersucht das phänomen berliner mauer und beschreibt mit sehr persönlichen gedanken die wirkung, die von dem bauwerk ausgeht. der film widmet sich so nur zweitrangig dem politischen aspekt und rückt das individuelle empfinden, das menschenmaß in den vordergrund.
im sommer 2008, zwanzig jahre später, wird das projekt wiederholt und tilda swinton, mittlerweile eine renomierte und berühmt gewordene schauspielerin, begibt sich noch einmal auf die 160km lange strecke. in einem interview mit dem zdf schildert sie ihre gedanken. besonders interessant ist der aspekt, dass die mauer vielerorts zwar mittlerweile unsichtbar gemacht worden ist, dadurch aber sichtbar wird, wie willkürlich diese mauer ein innen und ein aussen definiert hat. die gewalt der teilung zeigt sich im umgang mit der bewältigung derer.
beide filme haben uns sehr berührt und können noch bis zum 31. januar 2010 jeweils sonntags 17 uhr im arsenal am potsdamer platz, dem denkbar besten ort für die aufführung dieses films, gesehen werden. wer es gerne bequemer hat, kann den film auch unter filmgalerie 451 runterladen.
add: trailer II berliner mauerweg

